Konsequente Lobbyarbeit ist wichtig für eine schnelle Umsetzung der Forschungsergebnisse in politische Entscheidungen.
So war 1989 ein Institutsmitarbeiter als Gutachter bei der Enquetekommission ,Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre' tätig. Bei Gesprächen mit RegierungsvertreterInnen nimmt das INFOE gemeinsam mit anderen Organisationen außerdem Einfluß auf die Entwicklung von Strategien zum Schutz tropischer Regenwälder.
Ein besonders wichtiges Forum für indigene Völker ist die Genfer "Arbeitsgruppe über indigene Völker" der UNO, denn sie ist das einzige Gremium innerhalb des UN-Systems, in dem sie uneingeschränktes Rederecht genießen. Seit nunmehr vierzehn Jahren kämpfen dort indigene Organisationen aus allen Kontinenten für die Durchsetzung der "Erklärung der Rechte Indigener Völker". Daneben werden die Sitzungen genutzt, um für zahlreiche weitere Anliegen Aufmerksamkeit und politische Unterstützung zu gewinnen. In diesem Jahr traf z.B. der von infoe mitorganisierte "Freiheitslauf für Leonard Peltier und alle indigenen Völker" während der Sitzung der Arbeitsgruppe in Genf ein und machte so auf das Schicksal des seit über 20 Jahren in den USA inhaftierten Lakota-Indianers aufmerksam. VertreterInnen des INFOE nehmen regelmäßig an den Sitzungen der Arbeitsgruppe teil und unterstützen soweit wie möglich die Bestrebungen der Delegationen.
INFOE stellt für indigene Delegationen, die es betreut, Kontakte zu PolitikerInnen her.
In einem Bündnis mit verschiedenen Menschenrechtsorganisationen setzen wir uns für die Ratifizierung des Übereinkommens Nr. 169 der Internationalen Arbeitsorganisation "Über Eingeborene und in Stämmen lebende Völker" durch die Bundesrepublik ein.
Die Ratifizierung dieser Konvention ist eine zentrale Forderung für viele indigene Organisationen weltweit. Weniger als 20 Staaten sind ihr bisher nachgekommen. Da die Bundesregierung einen großen Teil ihrer Ressourcen wie z.B. Öl, Gas, Gold, Uran, Diamanten, Holz u.v.a.m. aus Gebieten importiert, in denen indigene Völker leben und dieses immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen führt, sollte die Bundesregierung internationale Menschenrechtsstandarts akzeptieren und die Verpflichtungen eingehen, die sich daraus ergeben.
In Zusammenarbeit mit FIAN (FoodFirst Information & Action Network), der internationalen Menschenrechtsorganisatione für das Recht, sich zu ernähren haben wir im Mai 1997 vor dem UN-Komitee über Wirtschaftliche, Soziale und Kulturelle Rechte über Menschenrechtsverletzungen an den indigenen Völkern Sibiriens berichtet.
Bei seiner Lobbyarbeit bemüht sich das INFOE intensiv um bundes- und weltweite Vernetzung mit engagierten Organisationen und Personen.
